Posts mit dem Label australien werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label australien werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Donnerstag, 14. Mai 2009

Der letzte Tag

Draußen blauer Himmel, die Vögel zwitschern im Park - diese Zeile aus dem Song "Der letzte Tag" von Peter Fox beschreibt meinen letzten Tag in Sydney ziemlich treffend. Zum Abschied nochmal strahlender Sonnenschein und blauer Himmel.

In wenigen Stunden hebt mein Flieger gen Singapur ab. Australische sind in Singapur Dollar getauscht, mein Backpack ist randvoll und bringt schaetzungsweise 17 Kilo auf die Waage. Ein Paar abgedroschene FlipFlops und ein HARIBO-Strandhandtuch blieben auf der Strecke.

Von jeglichen Kaugummis habe ich mich ebenfalls entledigt. Mit Kaugummis ist in Singapur nicht zu spassen: Einfuhr verboten, Verkauf in Singapur nur mit einer Lizenz und Kauf nur mit Rezept. Singapur, ich komme!

Dienstag, 12. Mai 2009

Sydney hat mich wieder




Das ging schnell. Die vergangenen zwei Wochen gingen um wie im Flug. Per Bus die Ostküste runter - von Cairns nach Sydney. Nach dem letzten Stop beim Surfcamp hiess es heute nur noch Sydney erreichen, Abschied von der Crew nehmen und erste Vorbereitungen für Singapur treffen.

Nach den Filmen "Knocked up" am Vormittag und "Borat" am Nachmittag hatte mich Sydney wieder. Eingecheckt ins Hostel, Wäsche auf den Weg gebracht und ab nach Kings Cross, um noch einmal ein paar Leute aus der Agentur zu treffen. 4$ Beer und 4$ Burger standen auf dem Programm. Nett wars, aber jetzt bin ich dermaßen müde, dass mir gleich die Augen zu, meine Linsen vor Trockenheit raus und Qualität sowie Quantität abfallen.

(Fotos: Q-Deck in Surfers Paradise, meine Surfkünste, Tourguide Deano)

Montag, 11. Mai 2009

Schluck Salzwasser, Du blutiger Anfaenger!

Meine Ostkuesten-Tour neigt sich dem Ende entgegen. Morgen ist bereits der letzte Tag der Tour, sprich wir erreichen Sydney. Der Tag morgen beinhaltet (leider) nicht viel mehr als Kilometter schrubben. Von derzeit Arrawarra gehts 555 Kilometer gen Sydney.

Warum bin ich derzeit in Arrawarra? In Arrawarra ist das mojosurf Camp, wo wir heute unsere ersten Surf-Erfahrungen erlebten. Fazit nach 2 Stunden unter harten Bedingungen: Salzwasser schlucken kann ich schonmal spitzenmaessig... Surfen wird sicher nicht mein Lieblingssport. Da fehlt irgendwie ein Ball. Zusaetzlich erschwert wurde der Surfversuch durch meinen verstauchten linken Fuss, der langsam aber sicher besser und blau/schwarz wird.

Bevor wir heute die ersten Wellen ritten verliessen wir Byron Bay. Kleines Kifferkaff an der Kueste, von dem ich nicht viel gesehen habe - abgesehen von zwei Bottleshops. Wir kamen spaet in Byron Bay an, kochten und assen (sehr ausgewogen: Kangaroo mit Chicken Wings und Rindswuersten) bevor es hiess: die Trinkspiele sind eroeffnet! (Kings Cup)

Samstag, 9. Mai 2009

Die Grosse Sandige - eine kleine Enttaeuschung





Den gestrigen und heutigen Tag haben wir auf Fraser Island verbracht. Fraser Island, von den Aboriginals "die Grosse Sandige" genannt, ist die groesste Sandinsel der Welt und eines der Top-Touri-Ziele an der australischen Ostkueste. Daher waren die Erwartungen recht hoch - und vielleicht deshalb ist die Grosse Sandige eine kleine Enttaeuschung.

Genau sagen woran es lag kann ich gar nicht. Vielleicht war es das wolkige und vereinzelt regnerische Wetter. Vielleicht meine kurz vor Verlassen der Insel eingefangene Verletztung (was es ist, keinen Plan, aber mein linker Zehansatz ist dick und morgen wahrscheinlich blau). Oder es war vielleicht die Art und Weise die Insel zu erkunden: Wir waren in einem riesigen 4WD unterwegs und fuhren diese und jene Attraktion an.

Meine Top3-Attraktionen: Lake Wabby, Lake Mackenzie, Indian Head. Ersteres ist super zum steile (!) Sandduenen in einen kalten See runterrennen (und zum dabei Verletzten). Zweiteres ist super fuers Auge und beim Schwimmen fuer die Haut ("weiches Wasser") und letztere Destination super zum Innehalten und Ausblicken-Geniessen.

Donnerstag, 7. Mai 2009

Jolly Good Show






Soeben sind wir in Rainbow Beach reingeschneit. Nach knapp 5 Tagen im Irgendwo, auch Outback genannt, wieder zurueck an der Kueste. Rainbow Beach ist noch sehr klein, kaum Touris und daher (noch) ganz cool - auf den ersten schnellen Sprung in die heftigen Wellen.

In den vergangenen Tagen trieben wir uns erst in Canarvon Gorge (o.ae.) umher. Ab vom Schuss zwischen vielen Familien und Kangaroos machten wir einen fruehmorgendlichen Walk. Ansonsten wurde gechillt, BBQ und Beer gefroehnt und im Rockpool geschwommen. Besser: aus 7-8 Metern reingejumpt. Super cool!

Auf der Weiterreise zur Cattle Station machten wir noch einen Stop um Lawn Ball zu spielen. Sehr relaxter Sport. Quasi Golf fuer Leute, die nicht mit Schlaegern umgehen koennen. Angekommen in Kroombit bei der Cattle Station hatte mich erstmal die Kotzeritis im Griff. Bull Riding, Peitsche knallen und Limbo mussten leider auf mich verzichten. Dafuer schonte ich meine Kraefte fuer Trap Shooting (souveraener deutscher Sieg von mir mit 5 von 5), Mini-Rodeo (Ziegen mit Lasso fangen) und Ziegen zusammentreiben.

Entschuldigt mein schwaches Deutsch. Doch in den wenigen Tagen auf Tour macht mein English mehr Fortschritte als waehrend den 3 Monaten Praktikum. Das haengt wahrscheinlich damit zusammen, dass ich mich mit den 2 englischen Jungs hier an Bord top verstehe und 'ne Menge Unsinn verzapfe (und dementsprechend hochakademisches English lerne).

Morgen in aller Fruehe legt die Fahere gen Fraser Island ab. Dort werden 2 Tage verbracht bevor es nach Byron Bay weitergeht.

Samstag, 2. Mai 2009

70 Millionen Fussballfelder




Die Tour ist gestartet und das gleich richtig zackig. Los ging es mit einem Besuch einer Croc Farm. Krokodile, Schlangen, Emus, Wallabies, Kangaroos, etc... waren zu bestaunen. War gut, auf alle Faelle besser als der Besuch des Tierparks Naehe Phillip Island im Januar Naehe Melbourne.

Danach visierten wir Magnetic Island an. Leider verpassten wir eine fruehere Faehre, kamen so 90 Minuten spaeter dort an. Dadurch fiel der Koala-Walk flach. Was mir gut gefiel, da ich bereits die australischen Faulpelze bewundert habe und sie jetzt nicht soooo spannend finde. Spannender war definitiv der alternative Kajak-Ausflug. Bissl Sport hat noch keinem geschadet. Abends dann noch Bierglaeser-Stemmen und einen Aussie-Burger als Grundlage.

Weiter ging die froehliche Reise Richtung Airlie Beach, von wo wir per Segelschiff ins Great Barrier Reef (entspricht 70 Mio Fussballfeldern) stachen und die Whitsunday Islands unsicher machten. Diese 2 Tage (2 halbe, 1 ganzer) auf dem Segelboot namens Boomerang waren sehr sehr gut! Das Freiheits- und Unabhaengigkeitsgefuehl, was sich dort einstellt und von der unglaublichen Natur untermalt wird, ist nicht zu toppen. Von Seekrankheit war keine Spur, eher jetzt nach der Rueckkehr ans Ufer Festlandkrankheit :)

Fast Facts:
Tourteam besteht aus 8 Personen
2 Deutsche (Maedel und ich)
2 Oesterreicherinnen
3 Englaender (1w/2m)
Tourguide namens Deano

Mittwoch, 29. April 2009

Lloret de Mar in Australien

Obwohl ich zwei Naechte in Cairns verbachte, habe ich die Stadt fast nicht kennengelernt. Auf den ersten oberflaechlichen Blick auch nicht weiter noetig. Zum einen ist die Umgebung verlockender (Cape Truibulation, Atherton Tablelands, Skydive, Mission Beach, ...) und zum anderen hat sie wenig Charme. Die Stadt platzt vor Partytempeln und Travelagencies. Mein oberflaechliches Fazit: amerikanisches Lloret de Mar in Australien.

Gleich startet um 06.30 Uhr die zweiwoechige Tour nach Sydney mit Adventure Tours. Gespannt sein darf ich, welche Nationen an Bord sind, wie der Tourguide drauf und wieviel Platz im Bus ist. Stand von vor zwei/drei Wochen: nur sieben Teilnehmer. Ein paar mehr duerfens doch schon sein - der Stimmung wegen. Aber die Maximalanzahl von 24 kann mir gestohlen bleiben.

Dienstag, 28. April 2009

Alles Bruce oder was?






Das Gefuehl beim Skydive laesst sich nicht beschreiben. Aber ungefaehr so muss ich mich angehoert haben:

JAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAA!

Es war der Hammer!!! Jede Sekunde genossen, das Gefuehl ist unbeschreiblich und die Aussicht super. Ein Skydive fuehlt sich so geil an, dass die Aussicht sogar zweitrangig wird, da man sie bereits vor dem Adrenalin-Kick von der Propellermaschine aus geniessen kann. Und das will was heissen, wenn man im australischen Skydive-Mekka von Mission Beach springt.

Morgens um 7.00 wurde ich an der Haustuer eingesammelt, zwei Stunden Fahrt nach Mission Beach auf einem Highway namens Bruce, weitere zwei Minuten Einfuehrung und ab geht die Post! Per Propellermaschine namens Bruce ging es hoch auf 14.000 ft, was circa 4.200 Metern entspricht. Mein Tandem-Instructor namens Bruce war der coolste Daddy in ganz Down Under. Voller Vertrauen in ihn und seine ueber 1.000 Spruenge war ich keinen Meter nervoes, sondern voller Vorfreude. Dann der Sprung, leicht nach rechts gelehnt, rausgeplumpst aus der Maschine und 60 Sekunden freier Fall beginnen. Hammer! Nochmal! Jetzt! Sofort!

Meine Angst, wolkiges Wetter zu erwischen, war unbegruendet. Bestes Wetter lachte ueber Mission Beach. Mission Beach empfehle ich auch unabhaengig vom Skydive. Super Strand, relaxtes Doerfchen und keine Menschenseele!

Montag, 27. April 2009

Kurzbesuch in [Kænz]

Nach einem grandiosen fast schlaflosen letzten Wochenende in Sydney begebe ich mich auf den Weg nach Cairns. Mein Flieger geht in weniger als drei Stunden, daher fasse ich mich kurz. Ab Cairns startet am Mittwoch mein Trip die Ostkueste runter. Zwei Wochen on Tour - das wird ein Spass! Fraser Island, Great Barrier Reef, Byron Bay und vieles mehr warten.

Mehr aus Cairns, wo ich einen Skydive anpeile. In Cairns locken um die 28 Grad, Sonne und Strand. Nur fuer einen Tag ist weniger gutes Wetter gemeldet: Dienstag. Genau das ist der einzig moegliche Termin fuer meinen Skydive!

Samstag, 25. April 2009

Ein Kaffee bei McDonalds

Ich war noch nie ein Fan vom "goldenen M". Und Kaffee hat mir auch noch nie geschmeckt. Was passiert, wenn sich der eine Feind mit dem anderen zusammen tut, gibt’s heute zu berichten: mein perfekt ausgefeilter Plan wird durchkreuzt.

Doch von vorne. Heute ist in Australien ANZAC Day. ANZAC steht für Australian and New Zealand Army Corps. ANZAC Day ist ein wichtiger Feiertag in Australien und Neuseeland, an dem den gefallenen australischen und neuseeländischen Soldaten gedacht wird. Ursprung ist eine – für ANZAC – verheerende Schlacht im Ersten Weltkrieg in der Türkei. Diese fand im frühen Morgengrauen statt, so dass auch die Gedenkfeierlichkeiten (Dawn Service) am ANZAC Day frühmorgens mit beginnen. Frühmorgens, d.h. 04.15 Uhr.

Bedeutet für die australische Kultur schnuppernde Handvoll Deutsche aufstehen um 03.00 Uhr, am Dawn Service teilnehmen um 4.15 Uhr und die Fähre nach Manly Wharf verpassen um 05.30 Uhr. Die Fähre war angepeilt, um nach dem Dawn Service das frühe Aufstehen zum Erleben eines Sonnenaufgangs an Manly Beach zu nutzen. Sonnenaufgang war vorhergesagt für 06.25 Uhr. Nicht vorhergesagt war, dass zwei Mädels unserer Truppe unbedingt im überfüllten 24h-McD einen Kaffee zum Mitnehmen bestellen mussten, dafür ewig brauchten und die Fähre ohne uns ablegte.

Zu meiner Überraschung :) ging die Sonne aber auch am Sydney Opera House mit Blick auf Hafen und Harbour Bridge auf.

Mittwoch, 22. April 2009

Laut. Wild. Boom!

Es ist kaum in Worte zu fassen, in Sätze schon gar nicht. Worum geht es? STOMP. Was ist das?

S tampfen
T rommeln
O hne Worte
M ächtig
P ower

Vor fast genau zehn Jahren hatte ich diese Show zum ersten Mal auf dem Radar. Die Trommel-Truppe von STOMP war in Frankfurt zu Gast, ich wollte hin, hatte aber schon ein Flugticket nach London gebucht. Was in Frankfurt nicht sein sollte, klappte in Sydney!

Ehrlich gesagt bereue ich jedes einzelne der zehn Jahre, die ich mir die Show vorenthielt. Was habe ich verpasst? Es wurde getrommelt, was das Zeug hielt. Zum Einsatz kamen Mülltonnen, Besen, Gummihandschuhe, Plastikflaschen, Feuerzeuge, Skischuhe, Blechbüchsen, Kochtöpfe, deutsche Straßenschilder, Zeitungen, Gummireifen, Plastiktüten, Strohhalme, Pappbecher, Wasserkanister, Sand, Gummirohre, Schlagstöcke, ganze Spülbecken als Bauchladen! Und nicht zu vergessen: Körperteile.

Diese Show empfehle ich jedem. Ohne weiteres. Es wird laut, es wird wild, es wird lustig. Die Show steckt voller Energie, Dynamik, Witz, Einfallsreichtum und vor allem: an. STOMP steckt an und zum Glück darf das Publikum immer mal wieder mitmachen.



(Ab Ende August in Deutschland: FFM, Berlin, MUC, Baden Baden)

Samstag, 18. April 2009

Ein Rugby-Fußball-Zwitter




Aussie Rules. Auch bekannt unter dem Namen Australian Football. Einem Spiel dieser ur-australischen Sportart wohnte ich heute zum ersten Mal live bei. Und es war echt gut – definitiv interessanter als meine Erfahrung mit Rugby Union!

Einen Teil der Regeln brachte ich mir beim Verfolgen einiger Partien am Bildschirm bei. Doch auch nach meinem Live-Erlebnis heute habe ich noch nicht alles genau begriffen. Die Partie heute bestritten die Sydney Swans und die Carlton Blues. Den Heimvorteil im Sydney Cricket Ground nutzen die Swans zu einem nur zu Beginn gefährdeten 84:67-Sieg. Wieder einmal war ich also der Glücksbringer für das Heimteam. Sympathien für die Blues nicht aber auch nicht zu verneinen: coole Trikots und ausgesprochen gutaussehende weibliche Fans.

Eine Partie Aussie Rules besteht aus vier Vierteln. Daraus ergeben sich drei Pausen; zwei kurze Pausen (Teams bleiben auf dem Feld) und eine längere Halbzeit (Teams verschwinden in den Katakomben während auf dem Grün Kids ihren Vorbildern nacheifern). Der Sport ist – um es sehr zu vereinfachen – eine Mischung aus Fußball und Rugby. Was mich am meisten fasziniert, ist das situativ eingesetzte Wechselspiel zwischen schnellem, kurzem Passen (per Handpass, kein Wurf) und vorausschauendem, langem Passen (per Kicks) in den Raum.

Fast Facts zum Sport: ovaler Ball, ovales (riesiges) Feld, 6 Schiedsrichter, ein „Tor“ zählt 6 Punkte, ein „knapp verfehltes Tor“ 1 Punkt. Tacklings erlaubt bis Schulterhöhe.

Montag, 13. April 2009

1300 Kilometer in 3 Tagen



Am nächsten Morgen wollten mir der Ire und der Schwede, beide noch im Halbschlaf, partout nicht glauben, dass in 20 Minuten Abfahrt ist. Zu Recht, denn in Wirklichkeit waren es 19 für Dusche, Packen und Frühstück verbleibende Minuten. Frühstück blieb bei mir auf der Strecke, Dusche und Frühstück bei anderen.

„On the road again“ dudelte aus den Busboxen während wir uns auf den Weg in die australische Hauptstadt machten. Bevor wir aber Canberra (sprich: Känbrah) erreichten stoppten wir noch in Cooma bei einem regionalen Infozentrum. Als besonders sehenswert empfand der Großteil der Truppe die Caféteria, wo Kaffee, Snacks und heiße Schokolade lockten. Angekommen in Canberra warfen wir einen Blick auf und ins Parliament House, lunchten und traten zum letzten Mal eine mehrstündige Busfahrt zurück nach Sydney an.

Pünktlich zu Tourende setzte Regen ein, von dem wir trotz anders lautender Wetternews zum Glück verschont blieben. Das Wetter ist auch ein Pluspunkt meines Fazits: das Wetter legte eine gute Grundlage für eine gute Tour. Die Tour kommt lange nicht an den Trip zur Great Ocean Road heran. Dafür war es viel zu viel Fahrerei, sprich Zeit die im Bus anstatt in der Natur verbracht wurde. Drei Tage für 1300 km sind schlichtweg zu knapp bemessen (bedenke Schotterpisten und Tempolimits!). Das Highlight der Tour waren definitiv die australischen Alpen. Ebenfalls Highlight würdig wäre die eine oder andere Ecke im Wilsons Promtory gewesen. So blicke ich auf eine gute Tour zurück, die einen vierten Tage ebenso gut vertragen hätte können.

Sonntag, 12. April 2009

Ententanz in Thredbo





Wieder in aller Herrgottsfrühe quälten wir uns aus den Federn, um weitere Kilometer zu fressen. Die australischen Alpen riefen, genauer gesagt das Skidorf Thredbo samt Australiens höchstem Berg, dem Mount Kosciuszko. Bei perfektem Wetter schlängelten wir uns auf einer Schotterpiste entlang des Snowy Rivers. Trotz harter Federung war das der beste Part im Bus auf der Tour. Abenteuer-Feeling machte sich breit.

Der beste Part außerhalb des Busses ließ nicht lange auf sich warten, die „Wanderung“ am Mount Kosciuszko. Sonnenschein pur, windig-kalt (10°) und weitreichende Aussichten. Im australischen Winter, sprich von Juni bis September, kann man hier Skifahren und Snowboarden.

Nach dem Gipfelsturm kam es im bayrisch dekorierten Restaurant unserer Herberge zu einer Art Aprés Ski. Ich entdeckte voller Begeisterung deutsches Weizenbier auf der Karte, so dass eine gesunde Grundlage schon vor dem Essen gelegt war. Nach dem Essen gab es Berentzen Saurer Apfel aufs Haus, so dass auch für die ungesunde Grundlage gesorgt war. Der Pegel der Party lässt sich am besten mit einem Auszug der Playlist des Abends beschreiben: Spice Girls, Ricky Martin, ABBA, Celine Dion, kanadische Countrymusik ("Save a horse, ride a cowboy") und Ententanz auf Schwedisch („Fägeldansen“). Na denn, Ski heil!

Samstag, 11. April 2009

Internationales Gequietsche



Meine Bedenken, dass mein Schlaf von meinen aus dem Nachtleben zurückkehrenden Zimmermitbewohnern gestört werde könnte, waren unbegründet. Das irische Trio war einfach noch nicht zurück als mein Wecker um 05.00 Uhr morgens klingelte!

Der Start der Tour verlief dagegen total chaotisch. Details zu diesem Chaos sind ein eigener Blogeintrag wert (folgt). Nach zwei Stunden wirren Umherfahrens innerhalb Melbournes waren wir endlich auf der Piste gen Ziel Nummer 1, Wilsons Promotory. Wir, das war ein buntgemixtes Tour-Team: Ire (29, Architekt), Schottin (trinkfest), Schwede (20, Stimmungskanone), Kanadierin (18, aus Calgary), Engländer (ca. 63, aus London, auf Weltreise, ehemaliger Prof), Dänin (Reiner Calmund lässt grüßen), Deutsche (lebt seit 2 Jahren in Brisbane), Australierin (31, Travelagent aus Townsville), Französin (arbeitet für NGOs überall auf der Welt), Kolumbianer (21, spricht kaum englisch, ist aber schon Pilot) und noch eine Französin (von der ich bis heute nichts, nicht mal den Namen weiß). Tourguide war ein Kiwi, der seit 12 Jahren in Queensland zu Hause ist. Den besten Draht hatte ich zu Schweden, Irland und Kanada.

Erster Stop nach langer Fahrt war Nähe Squeaky Beach, wohin wir innerhalb 45 Minuten „wanderten“. Angenehmes Füße Vertreten in schöner Natur bei bedecktem Himmel. Warum Squeaky Beach? Der Sand quietscht beim Drüberlaufen. Nach Gequietsche und Lunch am Strand wieder rein in den Bus und weitere Kilometer wurden gefressen. Nächster Stop war Lakes Entrance, wo wir nach Fish&Chips (lecker!), ein paar Bier und Gitarren Live-Performance vom Schweden auch übernachteten.

Freitag, 10. April 2009

Haare ab und Happy Easter

Wie bereits vor ein paar Wochen erwaehnt nutze ich das Osterwochenende zum Reisen. Daher haue ich diese Zeilen gerade in Melbourne in die Tasten. Bevor ich aber nach Victoria aufbrach, hielt ich es nicht mehr aus: ein Friseurbesuch musste her! Urspruenglich hatte ich vor, bis zu meiner Rueckkehr nach Deutschland zu warten. Doch die Matte nervte und musste ab. Da kam ein Freigutschein von einem Kollegen, der eine Friseur-Freundin hat, gerade recht! Anstatt 85 AUD zu blechen, kam ich kostenlos davon - und ein Bier (sogar lecker Pilsner Urquell) gabs auch noch dazu.

Zurueck zur Tour. Die Tour startet morgen frueh um 06.00 Uhr. Zunaechst gehts zum suedlichsten Festlandzipfel Australiens, dann weiter nach Lakes Entrance, wo die erste Uebernachtung geplant ist. Sonntags rufen dann die Alpen, die australischen wohlgemerkt. Ich bin gespannt, wie sich diese im Vergleich zu den europaeischen schlagen - hoehentechnisch ist das Duell bereits entschieden. Der letzte Tag der Tour fuehrt nach Canberra, der Hauptstadt Australiens. Montagabend hat mich Sydney wieder.

Donnerstag, 9. April 2009

In & Out

Im Stile der BILD-Zeitung gebe ich heute eine In & Out Liste zum Besten. Alle Angaben mit Gewähr und äusserst subjektivem Touch.

In
Musikfestivals
zur Arbeit hin oder von der Arbeit zurück joggen
gutaussehende Menschen
Kühlschränke auf Eisfachtemperaturen
schlauchförmige Bars und Cafés mit offener Küche
Umweltbewusstsein einfordern

Out
öffentliche Uhren
Busfahrer, die sich auskennen
Brillenputztücher (Marktlücke!)
Produkte „Made in China“
pünktliche Busse
Umweltbewusstsein umsetzen

Dienstag, 7. April 2009

24/7 Sturzbach

Knapp die ersten drei Wochen hatte Sydney einen schweren Stand bei mir. Warum? Das pulsierende Sydney pulsierte für meinen Geschmack ein Tick zu viel; ich hatte das Gefühl, diese Stadt hyperventiliert jeden Moment. Mit meinen Eindrücken aus Melbourne und den Erfahrungen von der Great Ocean Road im Rücken ging mir der Trubel auf Sydneys Straßen mächtig auf den Keks.

Überall Unruhe und Wirbel trotz Stau und Stillstand: Nervöses Warten telefonierender Geschäftsleute an Fußgängerampeln großer Kreuzungen respektive überstürztes Überqueren kleinerer Straßen (= dreispurig) im Angesicht des roten Ampelmännchen. Hupendes Stop-and-Go ungeduldiger Autofahrer im Verkehrsstau. Chaos an zentral gelegenen Bushaltestellen, wenn vier Busse abfahren und drei andere versuchen anzukommen. Taxis mit der Erlaubnis überall und jederzeit anzuhalten, um Fahrgäste ein- oder auszuladen. Jogger, die sich im Stile eines Slalom-Alpinisten um manchmal trödelnde, manchmal eilende, immer aber menschliche Hindernisse winden.

Die Vielfältigkeit dieses 24/7-Sturzbachs namens Sydney kennt keine Grenzen. Was bei uns „Rush Hour“ ist, ist hier der Normalzustand. Im Laufe der Zeit habe ich mich aber im Stile eines Chamäleons bestens angepasst. Jetzt bin ich der slalomisierende Jogger und rote Ampelmännchen ignorierende Fußgänger. Welch Segen, dass ich hier über keine gültige Fahrerlaubnis verfüge. Ob für meine Nerven oder meine Mitmenschen, sei dahingestellt.

Sonntag, 5. April 2009

Rugby Union, das Fernsehen des australischen Sports





Gestern abend erlebte ich zum ersten Mal in meinem Leben ein Rugbyspiel live. Rugby, d.h. in diesem Fall Rugby Union, nicht zu verwechseln mit Rugby League. Diese beiden Versionen des Rugby-Sports sind ungefähr so unterschiedlich wie Hallen- und Feldhockey oder Springreiten und Dressur. Sich gegenüber standen die Waratahs und die Stormers. Erstere verteten in einer Art australisch-südafrikanisch-neuseeländischen Liga (Super14) den australischen Staat New South Wales. Der Gegner, die Stormers, repräsentieren die Western Provinces von Südafrika.

Natürlich fieberte ich mit dem Heimteam, ansässig in Sydney, mit und war dadurch auch auf der Seite der Gewinner: 12-6 hieß es am Ende. Leider war das Spiel an sich nicht sehr mitreißend. Dazu trug die Architektur des Stadions bei: weitläufig, flach, sehr offen. Die 22.000 Zuschauer füllten das Sydney Football Stadium zu schätzungsweise 2/3 und waren nicht immer am Ball. Kreuzworträtseln, Small Talk mit einem Business-Kollegen oder das neue Handy des Nebenmanns waren zwischendurch interessanter. Das Spiel war quasi ein Nebenbei-Event, so wie es seit ein paar Jahren das Fernsehen unter den verschiedenen Medien ist. Und da ich nicht wirklich ein Radio-Hörer bin, werde ich mich hüten, zum Cricket zu gehen!

Fast mehr als eine Randnotiz wert war das Verhalten der Waratahs nach Schlusspfiff: Nicht ein Spieler verschwand umgehend in der Kabine. Erst gab es eine kurze Ansprache des Captains vor versammelter Truppe auf dem Feld und anschließend eine nicht enden wollende Foto- und Autogrammstunde an den Banden des Stadions (Zäune? Was sind Zäune?). Kids, Väter und kreischende Mädels wollten IHRE Stars hautnah erleben - und konnten dies ohne Probleme, Gerangel oder Ärger. Nur ein wenig Geduld war gefragt und das Foto war gemacht. Diese authentische Nähe zwischen Sportler und Fan war sehr beeindruckend!

Funny Facts:
Kleinster Spieler der Waratahs 175cm klein und 102kg leicht.
Größter Spieler der Stormers 208cm groß und 120 kg schwer.

Donnerstag, 2. April 2009

Dies und das

Nach ergebnisloser Recherche, wo man in Sydney gepflegt exotische Tiere kosten kann, habe ich mich im Supermarkt mit Kangaroo eingedeckt und mich selbst verpflegt. Und ich muss sagen, es schmeckt gut. Es ist nicht DER Riesenhit, aber es ist wirklich schmackhaft. Eine Mischung aus Rind und Wild. Oder vielleicht doch Rind und Ente!? Ganz sicher bin ich mir nicht. Sicher ist, es geht in Richtung Rind.



Als naechstes stehen Krokodil und Emu auf meiner Probierliste. Schnappi konnte ich bisher im Supermarkt noch nicht ausmachen. Aber das wird noch! Emu lasse ich zubereiten, denn dieses Fleisch soll schnell trocken werden und die Gefahr ist gross bei den Voraussetzungen in meiner Chaos-Kueche.

Ein weiterer Schritt, um noch tiefer in die australische Kultur einzutauchen, wird der Besuch eines Rugby Union Spiels und/oder Rugby League sein. Zudem reizt es mich, ein Spiel der AFL (Australische Football League) live zu sehen. Dieser Sport ist quasi der Nationalsport von Victoria, sprich weit verbreitet im Sueden Australiens. Auch ein Team aus Sydney (Swans) mischt mit und das eroeffnet mir die Chance, einen Einblick hautnah und live zu erleben.