Dienstag, 19. Mai 2009

Die Rückkehr

Nachdem bereits der König, die Mumie, Batman und ein paar Jedi-Ritter zurückgekehrt sind, bin auch ich wieder da. Zwar nicht in Gondor oder Gotham City, dafür aber in Deutschland. Nach zwölf Stunden Flug bin ich sicher und wohlauf, aber etwas zerknittert in Frankfurt am Main gelandet. Zerknittert zum einen, weil ich zu wenig Schlaf kam und zum anderen, da es im Flieger doch ziemlich eng war. Und ersteres hing stark mit zweitem zusammen.

Mein Bemühen, einen Emergency Seat zu ergattern, war nicht von Erfolg gekrönt, so dass ich einen Gangplatz wählte. Nicht ahnend, dass links von mir ein Reiner-Calmund-Klon und rechts von mir - auf der anderen Seite des Ganges (Seite, nicht Ufer) - Mutter mit Kleinkind sitzen würde. Das Kleinkind war erstaunlich friedlich, der Klon dagegen sehr vereinnahmend. Schnell waren Armlehne und Teile meines Sitzes annektiert. Zusätzlich bombadierte ein Stewart beim Abräumen des Abendessens vom Reiner-Calmund-Klon meinen rechten Oberschenkel mit Aprikosenmarmelade. Zumindest klebte es derartig.

Tom Cruise (Valkyrie), Collin Farrell (Brügge sehen und sterben) sowie Angelina Jolie (Changeling) lenkten mich geschickt ab und vertrieben mir die Zeit. Als Bonus gab es vom schuldbewussten Stewart Zuwendungen aus der Business Class: Käseplatte, Toblerone oder Macadamia-Nüsse. Nach diesen kulinarischen und cineastischen Leckerbissen kam ich dann doch noch zu einer Mütze Schlaf bevor mein Australienaufenthalt am heimischen Frühstückstisch bei Vollkornbrot und -brötchen endete.

Sonntag, 17. Mai 2009

Von Singapur ueber Indien nach Arabien und zurueck

Start meines zweiten Rundgangs durch Singapur war heute Little India. Little India liegt gleich um die Ecke meines Hostels (das sehr zu empfehlen ist) und hat mich vom Fleck weg in seinen Bann gezogen. Bunt, wuselig, riechbar! Besonders gut hat mir eine Markthalle gefallen, deren enge Gaenge zu Koerperkontakt verpflichteten und deren Staende alle Gerueche von Fisch, Fleisch, Fruechten und Gewuerzen auf Lager hatten.

Von Indien ging es in wenigen Minuten zu Fuss nach Arabien. Der Stadtteil Arab Street war okay, hatte aber nicht das Flair und die Authentizitaet von Little India. Beeindurckend sind natuerlich - generell in singapur - das Miteinander und die oertliche Naehe der vielen verschiedenen Religionen. Das macht sich am einfachsten an den jeweiligen Gebaeuden fest: Moscheen, Kirchen, Tempel, Kathedralen, Synagogen. Alles querbeet ueber Singapur City verstreut.

Meine beiden letzten beiden Stationen fuer heute haetten nicht gegensaetzlicher ausfallen koennen. Bugi Street ist ein Ramsch-Markt, wo Sonnenbrillen fuer 1,90 Dollar und T-Shirts fuer 3 Dollar feil geboten werden. Das National Museum of Singapore hingegen ein Ort der Kultur, Modernitaet und Qualitaet. Fuer 5 Dollar besuchte ich die History Gallery und bekam die Geschichte Singapurs naeher gebracht, wobei das eigentliche Highlight die Art und Weise der Praesentation war: zwei staendig kreuzende Wege fuehrten vom 13. Jhd. in die Gegenwart. Waehrend ein Weg die Geschichte des Landes anhand verschiedener Individuen (z.B. Arzt XY oder Arbeiter YZ) erzaehlte, hangelte sich Weg zwei entlang der wichtigsten Ereignisse und bedeutenden Persoenlichkeiten (z.B.: Raffles).

Samstag, 16. Mai 2009

Schweiss lass nach

Heute habe ich Singapur erlaufen und ich waere dabei fast erschwitzt. Heftig hohe Luftfeuchtigkeit trieb mir bereits nach wenigen Schritten das Wasser aus dem Koerper. Abhilfe kann man immer prima schaffen, indem einfach ins naechste Shoppingcenter marschiert, fuenf Minuten AirCon geniesst und sich dann wieder ins Geschwitze stuerzt.

Meine Route heute war ein halber Marathon: Singapore Art Museum (von aussen), Raffles Hotel (Blick in die Lobby geworfen und aufgrund kurzer Hose wieder verwiesen worden), City Hall, Parliament House, Supreme Court, Raffles Landing Site, Clarke Quay (nicht empfehlenswert), Chinatown (super). Chinatown hat 50% der Zeit in Anspruch genommen. Gleich zu Beginn habe ich mir eine Massage gegoennt - und die hatte es verdammt in sich. Soll heissen sie war super! Auch heute habe ich wieder richtig guenstig gegessen. Diesmal habe ich einen indischen Pfannkuchen mit Pilz-Kaese-Fuellung (Roti Pratha - gut, aber unspektaulaer) und Hokkien Fried Mee (gelbe Nudeln mit Schweinefleisch, Meeresfruechten, Gemuese - lecker) getestet. Gestern gab es schon Sliced Fish Ramen (gut) und Hainanese Chicken Rice (naja). Noch auf meiner Liste stehen: Satay, Laksa und Rojak (bitte selbst googeln).

In circa einer Stunde bricht die Dunkelheit an, so dass ich mein Vorhaben, einen River Cruise bei Nacht entlang der Skyline Singapurs zu machen, in die Tat umsetzen werde. Nach dem Schippern auf Singapore River peile ich den 70. Stock eines Hochhauses (Swiss Hotel) an, um bei einem Bierchen auch aus der Hoehe einen Blick auf das naechtliche Singapur zu werfen.

Morgen abend geht dann auch schon mein Flieger gen Frankfurt. Zuvor schaue ich aber noch bei den Stadtteilen Little India und Arab Street rein. Sollte dann noch Zeit und Geld vorhanden sein, lass ich mich nochmal im Massage-Studio verpruegeln.

Freitag, 15. Mai 2009

Stopover Singapur

Abends um 23.45 Uhr ins Hostel in Singapur eingecheckt und gleich ab in die Falle. So begann mein Aufenthalt in Singapur. Nach einer teils lustigen, teils langweiligen, teils anstrengenden Reise war ich froh ueber ein paar Stunden Schlaf.

Lustig war die Reise zum einen, da im Flieger Hot Chocolate gereicht wurde. Aber nicht irgend eine. In der Hot Chocolate schwamm eine Art Strawberry Marshmallow, der sich nach und nach aufloeste und eine braune Bruehe in eine pinkes Gesoeff verwandelte. Meine Strategie: die heisse Schoki schneller trinken als sich die schwimmende Chemie-Erdbeere aufloesen konnte! Zum anderen lustig war die Reise, da ich in der Bahn vmo Flughafen zum Hostel mit der Durchsage begruesst wurde: "If you see any suspicious looking persons please call ...". Die einzige verdaechtige Person in jener Bahn war der 190cm lange Blonde mit drei Gepaeckstuecken und zu vielen Schweissperlen auf der Stirn.

Apropos Gepaeck: anstrengend war die Reise von Sydney nach Singapur, weil mein erster Check-in Versuch am Handgepaeck scheiterte. Haette mein australisches Buschmesser doch besser gleich mitaufgegeben :) Nein, im Ernst, zum ersten Mal wurde mein Handgepaeck gewogen und 13,2 Kilo waren dann doch leicht ueber dem 7 Kilo Maximum. So musste ich mein logistisch perfekt gepacktes Buendel neupacken. Zum Glueck hatte ich noch Kilopotenzial im 18,4 Kilo schweren Backpack. Zudem brachte ich in Erfahrung, dass mein Laptop kilotechnisch nicht zum Handgepaeck zaehlt. Strike!

Teils langweilig war der Flug - trotz super Filmangebot. Das Problem war, dass nach den ersten beiden Filmen (u.a. Taken) meine "Entertainment Station" nicht mehr so wollte wie ich: konnte keine Filme mehr von Beginn starten, nur noch in laufende reinspringen. Ein franzoesisch sprechender Daniel Craig in Quantum of Solace ist dann doch eher zum Abgewoehnen. Dafuer liess sich mein Sitzlicht nicht mehr ausschalten, nicht mal manuell durch einen der Stewarts, der mir als Entschaedigung gerne einen dritten Gin Tonic und Nuesschen brachte :)

Den ersten vollen Tag in Singapur startete ich mit Ausquetschen meiner Zimmergenossen. Ein auskunftsfreudiger Australier gab mir den ein oder anderen Tipp und schnell war auch ein Schweizer zur Hand, der zufaellig ebenfalls eines meiner Ziele, den Botanic Garden (lohnt sich!), anpeilte. Per Bus hin, per Fuss entlang der Orchard Road (naja) zurueck. Mittagessen inklusive Softdrink fuer 5 Dollar (= 2,50 Euro) in einem der Foodcourts, auch als Hawker Centers bekannt. Abends die gleiche Prozedur, um gestaerkt zu einer Night Safari im Singapore Zoo aufzubrechen. Von genau dort komme ich gerade und mein Fazit: 39 Dollar in den Sand gesetzt. Die Night Safari kommt einer Touristen-Melkstation gleich. Bevor ich mich nochmal aufrege, verzichte ich darauf, unzaehlige Beispiele aufzuzaehlen, die Muskelkater vom Kopfschuetteln hervorrufen wuerden.

Das fuer morgen angepeilte Fruehstueck mit Orang-Utans im Singapore Zoo ist definitiv von meiner Singapore-To-Do-Liste gestrichen. Stattdessen fuetter ich mich lieber selbst in einem der zahlreichen Hawker Centers.

Donnerstag, 14. Mai 2009

Der letzte Tag

Draußen blauer Himmel, die Vögel zwitschern im Park - diese Zeile aus dem Song "Der letzte Tag" von Peter Fox beschreibt meinen letzten Tag in Sydney ziemlich treffend. Zum Abschied nochmal strahlender Sonnenschein und blauer Himmel.

In wenigen Stunden hebt mein Flieger gen Singapur ab. Australische sind in Singapur Dollar getauscht, mein Backpack ist randvoll und bringt schaetzungsweise 17 Kilo auf die Waage. Ein Paar abgedroschene FlipFlops und ein HARIBO-Strandhandtuch blieben auf der Strecke.

Von jeglichen Kaugummis habe ich mich ebenfalls entledigt. Mit Kaugummis ist in Singapur nicht zu spassen: Einfuhr verboten, Verkauf in Singapur nur mit einer Lizenz und Kauf nur mit Rezept. Singapur, ich komme!

Dienstag, 12. Mai 2009

Sydney hat mich wieder




Das ging schnell. Die vergangenen zwei Wochen gingen um wie im Flug. Per Bus die Ostküste runter - von Cairns nach Sydney. Nach dem letzten Stop beim Surfcamp hiess es heute nur noch Sydney erreichen, Abschied von der Crew nehmen und erste Vorbereitungen für Singapur treffen.

Nach den Filmen "Knocked up" am Vormittag und "Borat" am Nachmittag hatte mich Sydney wieder. Eingecheckt ins Hostel, Wäsche auf den Weg gebracht und ab nach Kings Cross, um noch einmal ein paar Leute aus der Agentur zu treffen. 4$ Beer und 4$ Burger standen auf dem Programm. Nett wars, aber jetzt bin ich dermaßen müde, dass mir gleich die Augen zu, meine Linsen vor Trockenheit raus und Qualität sowie Quantität abfallen.

(Fotos: Q-Deck in Surfers Paradise, meine Surfkünste, Tourguide Deano)

Montag, 11. Mai 2009

Schluck Salzwasser, Du blutiger Anfaenger!

Meine Ostkuesten-Tour neigt sich dem Ende entgegen. Morgen ist bereits der letzte Tag der Tour, sprich wir erreichen Sydney. Der Tag morgen beinhaltet (leider) nicht viel mehr als Kilometter schrubben. Von derzeit Arrawarra gehts 555 Kilometer gen Sydney.

Warum bin ich derzeit in Arrawarra? In Arrawarra ist das mojosurf Camp, wo wir heute unsere ersten Surf-Erfahrungen erlebten. Fazit nach 2 Stunden unter harten Bedingungen: Salzwasser schlucken kann ich schonmal spitzenmaessig... Surfen wird sicher nicht mein Lieblingssport. Da fehlt irgendwie ein Ball. Zusaetzlich erschwert wurde der Surfversuch durch meinen verstauchten linken Fuss, der langsam aber sicher besser und blau/schwarz wird.

Bevor wir heute die ersten Wellen ritten verliessen wir Byron Bay. Kleines Kifferkaff an der Kueste, von dem ich nicht viel gesehen habe - abgesehen von zwei Bottleshops. Wir kamen spaet in Byron Bay an, kochten und assen (sehr ausgewogen: Kangaroo mit Chicken Wings und Rindswuersten) bevor es hiess: die Trinkspiele sind eroeffnet! (Kings Cup)

Samstag, 9. Mai 2009

Die Grosse Sandige - eine kleine Enttaeuschung





Den gestrigen und heutigen Tag haben wir auf Fraser Island verbracht. Fraser Island, von den Aboriginals "die Grosse Sandige" genannt, ist die groesste Sandinsel der Welt und eines der Top-Touri-Ziele an der australischen Ostkueste. Daher waren die Erwartungen recht hoch - und vielleicht deshalb ist die Grosse Sandige eine kleine Enttaeuschung.

Genau sagen woran es lag kann ich gar nicht. Vielleicht war es das wolkige und vereinzelt regnerische Wetter. Vielleicht meine kurz vor Verlassen der Insel eingefangene Verletztung (was es ist, keinen Plan, aber mein linker Zehansatz ist dick und morgen wahrscheinlich blau). Oder es war vielleicht die Art und Weise die Insel zu erkunden: Wir waren in einem riesigen 4WD unterwegs und fuhren diese und jene Attraktion an.

Meine Top3-Attraktionen: Lake Wabby, Lake Mackenzie, Indian Head. Ersteres ist super zum steile (!) Sandduenen in einen kalten See runterrennen (und zum dabei Verletzten). Zweiteres ist super fuers Auge und beim Schwimmen fuer die Haut ("weiches Wasser") und letztere Destination super zum Innehalten und Ausblicken-Geniessen.

Donnerstag, 7. Mai 2009

Jolly Good Show






Soeben sind wir in Rainbow Beach reingeschneit. Nach knapp 5 Tagen im Irgendwo, auch Outback genannt, wieder zurueck an der Kueste. Rainbow Beach ist noch sehr klein, kaum Touris und daher (noch) ganz cool - auf den ersten schnellen Sprung in die heftigen Wellen.

In den vergangenen Tagen trieben wir uns erst in Canarvon Gorge (o.ae.) umher. Ab vom Schuss zwischen vielen Familien und Kangaroos machten wir einen fruehmorgendlichen Walk. Ansonsten wurde gechillt, BBQ und Beer gefroehnt und im Rockpool geschwommen. Besser: aus 7-8 Metern reingejumpt. Super cool!

Auf der Weiterreise zur Cattle Station machten wir noch einen Stop um Lawn Ball zu spielen. Sehr relaxter Sport. Quasi Golf fuer Leute, die nicht mit Schlaegern umgehen koennen. Angekommen in Kroombit bei der Cattle Station hatte mich erstmal die Kotzeritis im Griff. Bull Riding, Peitsche knallen und Limbo mussten leider auf mich verzichten. Dafuer schonte ich meine Kraefte fuer Trap Shooting (souveraener deutscher Sieg von mir mit 5 von 5), Mini-Rodeo (Ziegen mit Lasso fangen) und Ziegen zusammentreiben.

Entschuldigt mein schwaches Deutsch. Doch in den wenigen Tagen auf Tour macht mein English mehr Fortschritte als waehrend den 3 Monaten Praktikum. Das haengt wahrscheinlich damit zusammen, dass ich mich mit den 2 englischen Jungs hier an Bord top verstehe und 'ne Menge Unsinn verzapfe (und dementsprechend hochakademisches English lerne).

Morgen in aller Fruehe legt die Fahere gen Fraser Island ab. Dort werden 2 Tage verbracht bevor es nach Byron Bay weitergeht.

Samstag, 2. Mai 2009

70 Millionen Fussballfelder




Die Tour ist gestartet und das gleich richtig zackig. Los ging es mit einem Besuch einer Croc Farm. Krokodile, Schlangen, Emus, Wallabies, Kangaroos, etc... waren zu bestaunen. War gut, auf alle Faelle besser als der Besuch des Tierparks Naehe Phillip Island im Januar Naehe Melbourne.

Danach visierten wir Magnetic Island an. Leider verpassten wir eine fruehere Faehre, kamen so 90 Minuten spaeter dort an. Dadurch fiel der Koala-Walk flach. Was mir gut gefiel, da ich bereits die australischen Faulpelze bewundert habe und sie jetzt nicht soooo spannend finde. Spannender war definitiv der alternative Kajak-Ausflug. Bissl Sport hat noch keinem geschadet. Abends dann noch Bierglaeser-Stemmen und einen Aussie-Burger als Grundlage.

Weiter ging die froehliche Reise Richtung Airlie Beach, von wo wir per Segelschiff ins Great Barrier Reef (entspricht 70 Mio Fussballfeldern) stachen und die Whitsunday Islands unsicher machten. Diese 2 Tage (2 halbe, 1 ganzer) auf dem Segelboot namens Boomerang waren sehr sehr gut! Das Freiheits- und Unabhaengigkeitsgefuehl, was sich dort einstellt und von der unglaublichen Natur untermalt wird, ist nicht zu toppen. Von Seekrankheit war keine Spur, eher jetzt nach der Rueckkehr ans Ufer Festlandkrankheit :)

Fast Facts:
Tourteam besteht aus 8 Personen
2 Deutsche (Maedel und ich)
2 Oesterreicherinnen
3 Englaender (1w/2m)
Tourguide namens Deano