Gestern abend erlebte ich zum ersten Mal in meinem Leben ein Rugbyspiel live. Rugby, d.h. in diesem Fall Rugby Union, nicht zu verwechseln mit Rugby League. Diese beiden Versionen des Rugby-Sports sind ungefähr so unterschiedlich wie Hallen- und Feldhockey oder Springreiten und Dressur. Sich gegenüber standen die Waratahs und die Stormers. Erstere verteten in einer Art australisch-südafrikanisch-neuseeländischen Liga (Super14) den australischen Staat New South Wales. Der Gegner, die Stormers, repräsentieren die Western Provinces von Südafrika.
Natürlich fieberte ich mit dem Heimteam, ansässig in Sydney, mit und war dadurch auch auf der Seite der Gewinner: 12-6 hieß es am Ende. Leider war das Spiel an sich nicht sehr mitreißend. Dazu trug die Architektur des Stadions bei: weitläufig, flach, sehr offen. Die 22.000 Zuschauer füllten das Sydney Football Stadium zu schätzungsweise 2/3 und waren nicht immer am Ball. Kreuzworträtseln, Small Talk mit einem Business-Kollegen oder das neue Handy des Nebenmanns waren zwischendurch interessanter. Das Spiel war quasi ein Nebenbei-Event, so wie es seit ein paar Jahren das Fernsehen unter den verschiedenen Medien ist. Und da ich nicht wirklich ein Radio-Hörer bin, werde ich mich hüten, zum Cricket zu gehen!
Fast mehr als eine Randnotiz wert war das Verhalten der Waratahs nach Schlusspfiff: Nicht ein Spieler verschwand umgehend in der Kabine. Erst gab es eine kurze Ansprache des Captains vor versammelter Truppe auf dem Feld und anschließend eine nicht enden wollende Foto- und Autogrammstunde an den Banden des Stadions (Zäune? Was sind Zäune?). Kids, Väter und kreischende Mädels wollten IHRE Stars hautnah erleben - und konnten dies ohne Probleme, Gerangel oder Ärger. Nur ein wenig Geduld war gefragt und das Foto war gemacht. Diese authentische Nähe zwischen Sportler und Fan war sehr beeindruckend!
Funny Facts:
Kleinster Spieler der Waratahs 175cm klein und 102kg leicht.
Größter Spieler der Stormers 208cm groß und 120 kg schwer.
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