Samstag, 14. Februar 2009

Menschen, Tiere, Sensationen!

Wer glaubt, dass das Niveau der TV-Nachrichten in Deutschland schon mies ist, der darf keinen Fernseher in Australien anschalten, um Nachrichten zu verfolgen. Das alles bestimmende Thema – zu Recht – sind die Buschbrände im Süden des Landes. Auf der Agenda stehen zudem das nationale Rettungspaket für die Wirtschaft, die Hochwasserlage im Nordosten des Landes und die zwei Haiattacken in Sydney. Diese vier Themen wechseln sich quasi reihum ab. Doch WIE diese Themen angepackt werden, insbesondere die Buschbrände, ist der letzte Katastrophenjournalismus (im doppelten Sinne!).

Gerne wird im Fall der Buschbrände als Aufhänger ein Einzelschicksal genommen. Sei es eine alleinerziehende Mutter oder ein verrückter Familienvater oder ein kamerascheuer 89jähriger Opa oder ein durch die Buschbrände getrenntes Rentnerpaar. Die Mutter hat alle ihre acht Kinder „gerettet“ und will niemals aufgeben, ihr Haus wieder aufbauen und ganz schnell in den Alltag zurück. Dabei bekommt sie paar O-Töne von Freunden und Fremden zur Seite gestellt: sie sei einzigartig, wie sie dies alles schaffe, Respekt, was für ein Frau, unser lokaler Hero. Das ist die Meldung. Punkt. Der Nächste, bitte.

Der Familienvater ist deshalb verrückt, da er anstatt vor dem Feuer zu fliehen, seine Videokamera anschaltet, einen Feuersturm von seiner Veranda aus filmt und im letzten Moment in seinen feuerfesten Bunker hüpft, den er extra für solche Fälle gebaut hat.

Der Opa will eigentlich gar nicht vor die Kamera, aber irgendwer kam auf die Idee, seine Geschichte dem Fernsehen zuzutragen, so dass im Wechsel brennender Busch und ein mieses Foto vom Opa als Standbild eingespielt werden. Dazu gibt es reichlich hochtrabenden Text auf die Ohren: er habe bereits die beiden schlimmen Buschbrände in den 30ern und 50ern miterlebt, sei immer geflohen und habe alles wieder aufgebaut. Diesmal wollte er nicht mehr fliehen. Jetzt liegt er mit Verbrennungen im Krankhaus und ist ungewollt ein Hero. Woher haben wir diese Infos? Der Mann von der Nichte des Opas gibt sie zum Besten.

Im Falle des Rentnerpaares wird SIE extra per sendereigenem Heli ins „Buschbrände-Flüchtlingslager“ transportiert, um dort vor laufender Kamera in die Arme von IHM zu sprinten und anschließend noch genug Atem zu haben, um gemeinsam mit Ehemann und Kamerateam im sendereigenen Heli noch einen Rundflug über ihr niedergebranntes Haus zu drehen. Emotionen-geil, anyone?

Das sind alles Einzelschicksale, aber sie sind quasi die zentralen Elemente der abendlichen Hauptnachrichten. Jede Meldung wird an einem Einzelschicksal hochgezogen – so funktioniert australisches Nachrichten TV. Ach, hab ich erwähnt, dass die Nachrichten nicht mehr aus einem Studio kommen, sondern von einem Nachrichtensprecher live vor Ort stehend und manchmal auch in Feuerwehrmann-Montur vorgetragen werden?

Das war mal ein Einblick in das aktuelle, tragische Geschehen in Australien abseits der Schlagzeilen deutscher Tageszeitungen zu diesem Themad.

2 Kommentare:

Anonym hat gesagt…

HAPPY BIRTHDAY mein lieber Tängäding!! Ich wünsche Dir von Herzen alles Gute und weiterhin viel Spaß in Australien. Gück, eine große Portion Liebe, Abenteuer und Gesundheit..
Liebste Geburtstagsgrüße!! Antonia

Anonym hat gesagt…

Happy Birthday from IRELAND!!!
Hoffe du hast deinen Geburtstag ein bisschen gefeiert! Ich wuenschen dir alles alles Gute und noch weiterhin alles Gute am anderen Ende der Welt...
Lg Lisa